29.12.2011 - Jahresrückblick 2011

Bürgermeisterin Manuela Honkomp
Neubau von Krippenplätzen, Nahwärme für öffentliche Gebäude, Sicherung der Bahnübergänge und Bäderumbau waren Schwerpunkte

Steinfeld - Ein ereignisreiches Jahr mit zahlreichen Herausforderungen für die Gemeinde Steinfeld neigt sich dem Ende zu. „Wir hatten eine Reihe größerer Investitionen und Projekte zu stemmen und haben dies erfreulicherweise ohne Kreditaufnahme hinbekommen“, so Steinfelds Bürgermeisterin Manuela Honkomp. Zu nennen sind etwa der Umbau und die technische Sicherung von Bahnübergängen mit Ausgaben von rund 550.000 Euro in 2011 (Zuwendungen rund 280.000 Euro), die Sanierung der Steinfelder Bäder mit jährlich rund 800.000 Euro bis 2014, der Ausbau der Gewerbegebiete in Steinfeld und Mühlen sowie vor allem auch der weitere Ausbau von Krippenplätzen und die Qualifizierung von Tagesmüttern. Mit weiteren 15 Plätzen am Kindergarten St. Nikolaus baut die Gemeinde ihr Angebot für die Betreuung der unter Dreijährigen konsequent weiter aus. „Ab 2012 stehen damit 30 Krippenplätze zur Verfügung, weitere 15 Plätze sind für den Kindergarten St. Antonius Mühlen geplant“, so Steinfelds Bürgermeisterin Manuela Honkomp. Darüber hinaus gebe es Interesse am Aufbau mindestens einer Großtagespflegestelle. Weiterer Bedarf, der für Steinfeld bei einer Quote von 35 Prozent für die 0-3Jährigen mit rund 100 Plätzen ermittelt wurde, könne über ausgebildete Tagesmütter abgedeckt werden, so die Gemeinde. Unterstützung in Verwaltung und Politik findet auch der Vorschlag der Don-Bosco-Schule, zum Schuljahr 2013/14 eine Oberschule einzurichten. Bereits jetzt fördert die Gemeinde den Betrieb der Ganztagsschule mit einem Zuschuss für das Mittagessen in der eigenen Schulmensa. Größte Haushaltsposition war auch 2011 mit rund 830.000 Euro der Bereich der Kindergärten.

„Ein großes Augenmerk legen Verwaltung und Politik auch auf den Ausbau und die Erschließung der Wohn- und Gewerbegebiete in Steinfeld und Mühlen“, so Bürgermeisterin Honkomp. Gesundes Wachstum und die anhaltend gute Wirtschaftskraft der heimischen Betriebe haben dafür gesorgt, dass zahlreiche neue Arbeitsplätze in Steinfeld geschaffen wurden. Während die Gewerbeflächen im Gebiet „Mühlen V“ an der Landesstraße bereits in kürzester Zeit voll ausgeschöpft waren, hält die Gemeinde an der Verbindungsstraße im Industrie- und Gewerbepark „Handorfer Straße I“ noch Flächen für weitere Ansiedlungen vor. Auch im Jahr 2011 habe die gewerbliche Entwicklung in der Gemeinde eine enorme Dynamik entwickelt, so das positive Fazit zum Jahreswechsel. „Aufgabe der Politik wird es im kommenden Jahr sein, neue Flächen für den Wohnbau und die gewerbliche Entwicklung auszuweisen“, heißt es aus dem Rathaus. Infrastruktur- und Verkehrsprojekte standen und stehen nach wie vor auf der lokalen Agenda. So soll etwa der ländliche Wegebau fortgesetzt werden, erste Maßnahmen für eine Förderung über das Programm PROFIL sind bereits angemeldet. Während die technische Sicherung und Schließung von Bahnübergängen einschließlich Bau von Ersatzwegen Ende Januar 2012 abgeschlossen wird, konnte der 3,3 km lange Gemeinschaftsradweg an der Landesstraße zwischen Steinfeld und Mühlen bereits im Juni diesen Jahres freigegeben werden. Auch hierbei war die Gemeinde mit Grundwerb und Planungskosten finanziell beteiligt.

Die Förderung der Vereine und Institutionen in der Gemeinde konnte im Jahr 2011 als freiwillige Aufgabe wie gewohnt erfolgen. Darüber hinaus unterstützte der Rat neben den so genannten festen Zuwendungen auch Einzelmaßnahmen wie etwa für die geplante Sanierung der Schützenhalle in Steinfeld, für den Umzug und die Ausstattung der Katholischen öffentlichen Bücherei oder auch beim Aufbau der Kreuzwegstation in Mühlen. Auch ein Antrag auf Förderung zur Neugestaltung des Umfeldes der „Lohgerberei“ ist von der Politik auf den Weg gebracht. Mit dem Abriss des ehemaligen Feuerwehrgebäudes im kommenden Jahr soll das gesamte Umfeld aufgewertet und die Aufenthaltsqualität gesteigert werden. Beschlossen hat der Rat der Gemeinde Steinfeld auch das von der GMA vorgelegte Einzelhandelskonzept zur effektiven Steuerung der künftigen Einzelhandelsentwicklung. Auf Grundlage des Konzeptes wurden die Ansiedlung eines weiteren Nahversorgers abgelehnt sowie eine verträgliche Erweiterung des Nahversorgungszentrums E-Neukauf/Aldi/Postenbörse vom Rat genehmigt.

Das Jahr 2011 erforderte einmal mehr erhebliche Finanzmittel der Gemeinde. Insgesamt können Rat und Verwaltung aber auf eine erfreuliche Entwicklung vor allem bei der Gewerbesteuer zurückblicken. Hier rechnet die Finanzabteilung bis zum Jahresende mit Einnahmen von rund 5,4 Mio. Euro und damit mit einem deutlich besseren Ergebnis als erwartet. Einen Dank für die Unterstützung richtet die Gemeinde an die Unternehmen aber auch an die Bürgerinnen und Bürger sowie alle Ehrenamtlichen.

Mit Blick in das kommende Jahr ist festzuhalten, dass weitere zukunftsweisende Projekte bereits angeschoben sind. Dazu zählen vor allem auch Beiträge zum Klimaschutz. So wird in der Gemeinde nach und nach die Straßenbeleuchtung auf moderne LED-Technik umgestellt und über das „Klimaschutzprogramm“ des Bundes gefördert. Auf zahlreichen öffentlichen Gebäuden betreibt die Gemeinde mit der VR-Solargenossenschaft erfolgreich Photovoltaikanlagen. Mit dem jetzt vom Rat beschlossenen „Nahwärmekonzept zur Versorgung öffentlicher Gebäude“ und der Gründung einer eigenen „Wärmeversorgung Steinfeld GmbH“ ist ein weiteres, energiewirtschaftlich nachhaltiges Projekt auf den Weg gebracht. „Außerdem werden uns in den nächsten Jahren im Rahmen des gemeinsamen Regionalmanagements im Landkreis Vechta die Themen Demografie, Fachkräfte und Mobilität beschäftigen“, so Steinfelds Bürgermeisterin.